Das Urlauberdilemma

In den letzten zwei Wochen habe ich mir einige Gedanken zu einem Spiel aus der Spieltheorie gemacht, das sich "Urlauberdilemma" nennt. Bislang ist die Spieltheorie in weiten Teilen an mir vorbeigegangen, da sie mir nichts zu bieten schien. Aufgeschreckt durch einen Artikel in der Spektrum der Wissenschaft, Ausgabe 2007/08 Seite 82ff, habe ich mich ein wenig in die der Spieltheorie zu Grunde liegenden Behauptungen hineingelesen.

Die Spieltheorie geht davon aus, dass ein Spiel Nash-Gleichgewichte haben kann, die Lösungen seien. Nash-Gleichgewichte existieren überall dort im Ereignisraum, wo keiner der Spieler durch abweichen von seiner bisherigen Strategie ein besseres Ergebnis erzielen kann.

Regeln

Das Spiel "Urlauberdilemma" wird zwischen zwei Spielern gespielt, die einen Betrag zwischen 2 und 100 Euro wählen. Wählen beide Spieler den gleichen Betrag, bekommen beide Spieler diesen Betrag ausgezahlt. Anderenfalls bekommt der Spieler mit dem niedrigeren Betrag seinen Betrag zuzüglich eines Bonus in Höhe von 2 Euro ausgezahlt, der Spieler mit dem höheren Betrag den niedrigeren Betrag um einen Strafsatz von 2 Euro vermindert.

Das Dilemma

Die herkömmliche Spieltheorie geht davon aus, dass ein rationaler Spieler einen rationalen Gegenspieler voraussetzen darf. Implizit wird leider von den selbt- und gegenseitig ernannten Denkern der Zunft gerne angenommen, dass die Spieltheorie voraussetzen darf, dass der Weg zur Lösung auf den finiten Wahlmöglichkeiten des Spiels aufbauen muss.

Bei Spielen wie den obigen kommen nämlich der finite und der stochastische Weg zu vollkommen unterschiedlichen Resultaten. Ob das zu favorisierende Spiel lieber dem bisherigen Schema, oder doch lieber dem realistischeren (weil experimentell nachweisbar "menschlicheren") Modell folgen sollte darf ich mir glücklicherweise selbst wählen.